Mitsegeln auf Windjammer

eines der letzten Abenteuer unserer Zeit

Hubschrauber-Notfalleinsatz auf Traditionssegler „Roald Amundsen“


Es sollte eine vergnügliche Klassenfahrt einer 8. Klasse aus Nordrhein-Westfalen werden, als 33 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern in Kiel auf der Brigg „Roald Amundsen“ einschifften. Für eine Schülerin war der Törn jedoch schnell vorbei. Besatzung des Windjammers hat sich mustergültig verhalten.

Nach der vorgeschriebenen Sicherheitseinweisung legte das Schulschiff „Roald Amundsen“ ab, um den jungen Menschen getreu dem Motto des Vereins „Leben lernen auf Segelschiffen“ Seebeine wachsen zu lassen. Zunächst ging es hinaus in die westliche Ostsee Richtung dänische Inselwelt. Die Ostsee glatt wie ein Ententeich und am ersten Tag war sogar ein Badestop möglich. Dann kam der Wind und das Schiff segelte mit 4 – 5 Knoten Geschwindigkeit Richtung Süden.

Nicht immer sind die Teilnehmer seefest, so dass es auch vorkommen kann, dass sich jemand nicht wohlfühlt und sich in die Koje zurückzieht. So geschah es dann auch mit einer Schülerin, die über Unwohlsein klagte. Erst als völlig untypische Leibschmerzen  dazu kamen, war klar, dass es sich hier nicht um die so genannte „Seekrankheit“ handeln würde, sondern andere Ursachen haben müsste. Kurz entschlossen kontaktierte die Schiffsleitung „Bremen Rescue Radio“ und Kontakt zu einem Arzt herstellte. Dieser stellte fest, dass diesen Leibschmerzen nicht mit Bordmitteln begegnet werden könnten und eine Einweisung in ein Krankenhaus unabdingbar sei.

Das hier angezeigte Video zeigt die Ankunft und die Bergung der beteiligten Personen (TIPP: klicken Sie unten rechts auf den Button unter dem Videoplayer für eine große Vollbild-Videoansicht)

Zu diesem Zeitpunkt befand sich die „Brigg Roald Amundsen“ gerade in dänischen Hoheitsgewässern und hatte sich vor Anker gelegt, als die Ankunft eines Rettungshubschraubers der dänischen Marine angekündigt wurde. Mit der Rettungs-leitzentrale wurde besprochen, dass es notwendig sei, das Schiff mit gleichbleibender Geschwindigkeit in Fahrt zu halten, um dem Hubschrauber optimale Rettungsbedingungen zu bieten. Daher nahm die Roald Amundsen den Anker wieder auf und fuhr seewärts nach Südosten.

Da die „Roald Amundsen“ ein Windjammer ist, konnte der Hubschrauber selbstverständlich nicht auf einem Deck landen. Daher wurde das mit einem starken Außenbordmotor ausgestattete Rettungs-Dinghi ins Wasser gelassen, um an einer sehr langen, stabilen Leine, dem so genannten Jolltau, hinter der Roald herzuziehen und es frei von den Rahen und Masten zu bekommen. Die Besatzung des Dinghi wurde mit Rettungswesten ausgestattet und entsprechend wasserdicht eingekleidet, um das Spritzwasser des Hubschraubers vom Körper fern zu halten und um eine Auskühlung zu verhindern.

Bereits nach wenigen Minuten konnte man den Hubschrauber kommen hören und dann auch sehen, wie er sich dem Traditionssegler näherte. Durch Funkkontakt wurden Richtung und Geschwindigkeit der Roald Amundsen abgestimmt und die Fahrt fortgesetzt. Wie im Video zu sehen war, konnten alle Beteiligten reibungslos in den Hubschrauber geholt werden.

Während für die Schülerin der Törn zu Ende war und sie von ihren Eltern persönlich aus Dänemark abgeholt wurde, konnte die Lehrerin die Fahrt nach zwei Tagen unfreiwilligem Krankenhaus-Mitaufenthalt fortsetzen.

Der Besatzung wurde ob ihres besonnenen und ruhigen Verhaltens ein besonderes Lob ausgesprochen.

Obwohl die Kapitänin keine so genannte „Notrolle“ angeordnet hatte, nach der im Krisenfall für speziell ausgebildete Besatzungsmitglieder besondere Rollen zuteil werden, wurde das Notfallszenario komplett eingehalten: Von der Kontaktaufnahme mit Bremen Rescue Radio über die Herbeiführung optimaler Bedingungen für den Helikopter bis zur Information von Trainees und Besatzung wurde stets Ruhe bewahrt, informiert und besonnen gehandelt.

Wer auf diesem Schiff selbst mitfahren möchte, kann dies gerne tun. In den Sommermonaten fährt der Windjammer stets in der Ostsee und läuft dabei neben deutschen auch skandinavische Häfen an, oder auch  Häfen im Baltikum. Im Herbst fährt der Traditionssegler dann durch den Nord-Ostsee-Kanal („Kiel-Canal“), weiter durch den englischen Kanal („The Cannel“) bis nach Portugal oder Spanien. Auf ihrem Weg nach Süden durchquert die Roald Amundsen auch den Golf von Biscaya und jeder, der sich gerne einmal wie ein Kap Hornier fühlen möchte, hat hier Gelegenheit dazu. In den Wintermonaten verweilt die Roald dann in südlichen Gefilden um die Kanarischen Inseln, die Kapverdischen Inseln oder überquert gelegentlich sogar den Atlantik, um von der Karibik über die Bermudas dann die Azoren anzusteuern und den letzten Weg Richtung Heimat anzutreten. Eine Übersicht über die Törns der nächsten Monate gibt es unter https://www.sailtraining.de/toernplan.html  

Weitere Informationen hier

News & Aktuelles

Der erweiterte Törnplan für die Brigg "Roald Amundsen" ist jetzt veröffentlicht. Erwartungsgemäß geht es in die Karibik und verspricht wunderschöne Ziele.

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Törnberichte

Ich bin Thommes und bin von April 2011 bis Mai 2012 insgesamt 11 mal auf der Roald Amundsen gefahren, so begeistert bin ich von diesem Schiff. Mein längster Törn war der von Oostende (Belgien) nach Lissabon (Portugal) 5.11. Thomas Kochbis 22.11.2011also fast 3 Wochen. Dabei fuhren wir durch den Englischen Kanal, durch den Golf von Biscaya und auf dem Atlantik, bis wir pünktlich Lissabon erreichten. Während dieser Zeit besuchten wir Städte wie Brest, La Coruna, Kap Fenisterre („Cabo Finisterre“) oder  Cascais vor den Toren Lissabons.
Hier findest Du die Törnberichte aus dieser Zeit, die meistens von mir verfasst wurden.


Hallo Leute,

ich bin Patrick und habe 2011 meinen ersten Ostsee Segeltörn auf einem Windjammersegler gemacht. Das war sowas von g....., dass ich mich für dieses Jahr gleich für zwei Törns im August angemeldet habe.

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